Neben dem Job arbeiten ‒ Wie viel Zeit brauche ich wirklich?

Neben dem Job arbeiten klingt oft erstaunlich machbar, zumindest solange es nur bei der Idee bleibt. Ich habe selbst gemerkt, wie schnell ich solchen Zeitversprechen glauben schenken mag, wenn sie gut klingen und irgendwie in den Alltag passen. In der Realität sieht das Ganze dann doch anders aus, vor allem dann, wenn Schichtarbeit, fehlende Routine und der ganz normale Rest des Lebens dazu kommen.

Ein ehrliches Zeitversprechen gibt es selten

Was mich an diesem ganzen Thema inzwischen wirklich stört, ist nicht einmal, dass es Arbeit ist. Damit hab ich kein Problem. Mich stört eher, wie oft so getan wird, als ließe sich neben dem Job mal eben mit einer halben Stunde am Tag etwas aufbauen. Das klingt angenehm, machbar und vor allem sauber verpackt. Genau deshalb funktioniert es wahrscheinlich auch so gut und die Kurse werden gut gekauft. Ich denke mir, die halbe Stunde täglich ist machbar und wenn ich es mal nicht schaffe, mache ich am nächsten Tag eine komplette Stunde. Nur merkt man leider oft erst dann, wenn man wirklich angefangen hat, dass diese Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

Das Problem ist nicht nur die Zeit selbst. Das Problem ist die Erwartung, mit der ich an die Sache rangehe. Wenn gesagt wird, es reicht ein kleines tägliches Zeitfenster, plane ich auch genau so. Ich nehme mir also eine überschaubare Lücke im Alltag und denke, das müsste reichen. Und dann bin ich mittendrin und merke, dass ich längst nicht da bin, wo ich laut solchen Versprechen schon sein müsste.

Genau da fängt dann dieses unangenehme Gefühl an. Ich frage mich, ob ich zu langsam bin oder ob andere einfach besser organisiert sind. Vielleicht stelle ich mich an, vielleicht denke ich zu kompliziert, vielleicht fehlt mir irgendein entscheidender Kniff. Und ehrlich gesagt frage ich mich das heute noch. Wenn etwas nach außen leicht aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es im Alltag auch leicht umzusetzen ist. Schon gar nicht dann, wenn daneben ein normaler Beruf läuft und der Tag nicht aus leeren Stunden besteht, die nur darauf warten, sinnvoll gefüllt zu werden.

Ich hätte es im Nachhinein ehrlicher gefunden, wenn genau das von Anfang an gesagt worden wäre. Dann hätte ich viel klarer prüfen können, ob ich das gerade wirklich will und wie ich es überhaupt unterbringen kann. Nicht als Traum in netter Verpackung, sondern als echte Zusatzaufgabe, die Zeit, Energie und einen halbwegs klaren Kopf braucht. Damit könnte ich arbeiten. Mit geschönten Zeitangaben eher nicht.

Notiz an mich:

Ich weiß doch eigentlich, dass „zu schön, um wahr zu sein“ selten zufällig so wirkt.“

Was zusätzlich Zeit frisst, obwohl es kaum jemand dazurechnet

Beim Thema Neben dem Job arbeiten fällt oft unter den Tisch, was nicht direkt nach sichtbarer Arbeit aussieht und trotzdem erledigt werden muss. Es geht eben nicht nur um den eigentlichen Auftrag, den Text, die Aufgabe oder das, womit am Ende vielleicht Geld reinkommt. Es geht auch um den ganzen Rest. Und genau dieser Rest frisst oft mehr Zeit, als ich vorher gedacht hätte.

Unterlagen sortieren, Belege ablegen, irgendwo den Überblick behalten, nichts verlieren, nichts vergessen. Das klingt erst mal nicht schlimm, kostet aber Zeit und vor allem Nerven, da ich damit vorher wenig Berührung hatte. Ich kann nicht einfach so tun, als gäbe es diesen Teil nicht, nur weil er nicht besonders spannend ist. Er gehört nun mal dazu. Und ja, es ist genau das, wovor immer gewarnt wird. Dabei wäre es besser gewesen, man hätte es gleich mal in der Schule gelernt. Vor dem Satz des Pythagoras hat mich noch nie jemand gewarnt, aber vor der Buchhaltung in der Selbstständigkeit schon.

Gerade am Anfang kommt noch dazu, dass ich mich in vieles erst einarbeiten muss. Ich habe nicht automatisch einen klaren Ablauf und auch kein fertiges System, das einfach läuft. Ich probiere aus, merke, dass etwas nicht passt, ändere es wieder und hoffe, dass es beim nächsten Mal etwas sinnvoller ist. Das ist nicht spektakulär, aber es kostet Zeit. Und zwar nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Auch das gehört für mich zu Neben dem Job arbeiten dazu, auch wenn darüber selten gesprochen wird.

Manche Dinge ließen sich vielleicht leichter abfangen, wenn ich an bestimmten Stellen Unterstützung hätte. Aber auch das ist nicht immer so einfach. Einen Steuerberater kann ich mir aktuell einfach noch nicht leisten. Und ganz ehrlich, ich hätte dann auch gern jemanden, mit dem ich mich vernünftig austauschen kann, jemanden, der sich im Onlinebereich auskennt und mir auch sagen kann, worauf ich achten sollte. Also bleibt im Moment einiges an mir hängen, obwohl ich mich mit solchen Themen nicht unbedingt aus Spaß beschäftige.

Genau deshalb ärgert mich dieses Gerede von wenig Zeit oft zusätzlich. Weil immer so getan wird, als würde nur die eigentliche Aufgabe zählen. In Wirklichkeit hängt an solchen Vorhaben oft noch eine zweite Schicht Arbeit dran, die niemand groß erwähnt. Genau das wird bei Neben dem Job arbeiten gern ausgeblendet.

Notiz an mich:

Der unsichtbare Teil ist oft genau der, der am Ende am meisten nervt.

Warum Schichtarbeit jede schöne Routine sofort wieder auseinandernehmen kann

Was beim Thema Neben dem Job arbeiten auch schnell übersehen wird, ist die Frage, wie das im echten Alltag überhaupt untergebracht werden soll. Auf dem Papier klingt vieles immer erstaunlich planbar. Da ist dann von festen Zeiten die Rede, von täglichen Routinen und klaren Abläufen. Nur passt so etwas bei mir überhaupt nicht, weil in meinem Alltag eben nicht jeder Tag gleich ist. Mal heißt es um 2.15 Uhr aufstehen, mal bin ich erst um 0 Uhr wieder daheim, mal ist es Nachtschicht und oft auch gern alles in einer Woche.

Mit Schichtarbeit lässt sich nicht einfach eine schöne, regelmäßige Routine über alles drüberlegen. Ich habe das durchaus versucht. Ich habe mir sogar ein Board gemacht, mit Klebezetteln und einer Art Stundenplan in Blöcken, damit es endlich etwas geordneter wird. Sah gut aus. Das Problem war nur, dass meine Schichten sich herzlich wenig dafür interessiert haben. Sobald sich etwas verschiebt, weil ein Kollege ausgefallen ist oder es Änderungen im Schichtplan gab, ist diese schöne Ordnung schneller wieder weg, als ich sie aufgebaut habe.

Bei Spätschicht ist der Tag für mich praktisch durch, zumindest für alles, wofür ich noch einen halbwegs klaren Kopf brauche. Bei Frühschicht und Nachtschicht muss ich erst mal schauen, wie fit ich überhaupt bin. Es bringt mir nichts, mir theoretisch Zeitblöcke einzuplanen, wenn ich in der Realität merke, dass Konzentration und Energie an dem Tag einfach nicht mehr viel hergeben. Genau das macht Neben dem Job arbeiten für mich oft weniger zu einer Frage von Disziplin als zu einer Frage von Alltag, Schichtmodell und Tagesform.

Und genau deshalb nerven mich diese allgemeinen Aussagen oft. Wenn irgendwo so getan wird, als müsste ich mir nur feste Routinen bauen, klingt das immer nach einer einfachen Lösung. Für mich ist es eher ein ständiges Neu-Sortieren. Ich arbeite nicht nach perfektem Plan, sondern eher nach dem, was gerade möglich ist. Wenn ein Auftrag reinkommt, hat der natürlich Priorität. Und wenn keiner da ist, arbeite ich das, was eben gerade geht.

Ich bin noch nicht an dem Punkt, an dem mein Alltag mehr oder weniger organisiert ist. Eigentlich bin ich immer noch dabei, meinen eigenen Weg darin überhaupt erst zu finden. Vielleicht ist das auch der Teil, den viele gern auslassen. Dieses Dazwischen. Dieses Noch-nicht-richtig-organisiert-Sein. Dieses Suchen nach einem Alltag, der zum eigenen Leben passt und nicht nur in irgendeinem hübsch verpackten Kurs gut aussieht. Gerade mit Schichtarbeit ist Neben dem Job arbeiten für mich keine saubere Routine, sondern eher etwas, das ich immer wieder neu in mein Leben einfädeln muss.

Neben dem Job arbeiten

Notiz an mich:

Mein Stundenplan war motiviert. Meine Schichten leider auch.

Was dieser ständige Vergleich mit anderen im Kopf auslöst

Was beim Thema Neben dem Job arbeiten für mich auch nicht zu unterschätzen ist, ist dieser ständige Vergleich mit anderen. Nicht einmal unbedingt, weil ich es will. Eher weil es kaum ausbleibt, wenn ich ständig lese und höre, was angeblich alles möglich ist, wie schnell etwas gehen kann und wie locker andere das scheinbar nebenbei aufbauen.

Dann sitze ich da und denke automatisch, dass ich irgendwo hinterherhänge. Dass andere offenbar schneller sind, organisierter, klarer, konsequenter oder was auch immer. Und obwohl ich eigentlich weiß, dass ich nie das ganze Bild sehe, fängt der Kopf trotzdem an zu arbeiten. Ich frage mich, ob ich etwas falsch mache, ob ich zu langsam bin oder ob ich mich einfach geschickter anstellen müsste. Besonders angenehm ist das nicht.

Das Schwierige daran ist, dass dieser Vergleich oft gar nichts mit der Realität zu tun hat. Ich sehe Ergebnisse, Aussagen und Versprechen, aber nicht den kompletten Alltag dahinter. Ich sehe nicht, wie viel Zeit wirklich reingeht, was vielleicht schon an Erfahrung da war, welche Unterstützung im Hintergrund läuft oder was an weniger schönen Teilen einfach weggelassen wird. Trotzdem fühlt es sich in dem Moment schnell so an, als wäre ich die Einzige, die länger braucht, mehr zweifelt oder sich immer wieder neu sortieren muss.

Gerade deshalb kann Neben dem Job arbeiten im Kopf irgendwann schwerer werden, als es von außen aussieht. Nicht nur wegen der eigentlichen Arbeit, sondern auch wegen dieses stillen Gefühls, nicht genug zu schaffen. Und je öfter ich solche Vergleiche mitnehme, desto schneller wird aus einem normalen Zwischenschritt plötzlich ein persönliches Problem, für das ich mich selbst verantwortlich mache.

Inzwischen versuche ich, mir das bewusster zu machen. Nicht alles, was leicht aussieht, ist leicht. Nicht alles, was schnell klingt, ist auch schnell entstanden. Und nicht alles, was andere erzählen, ist automatisch die ganze Wahrheit. Das nimmt den Druck nicht komplett raus, aber es rückt manches wieder an seinen Platz. Für mich gehört das inzwischen auch zu Neben dem Job arbeiten dazu, dass ich nicht nur mit Aufgaben umgehen muss, sondern auch mit dem, was solche Vergleiche im Kopf auslösen.

Notiz an mich:

„Nur weil etwas bei anderen glatt aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es immer so war.“

Wie ich inzwischen versuche, realistischer an das Thema ranzugehen

Ich merke inzwischen, dass ich bei Neben dem Job arbeiten realistischer werden muss. Nicht im Sinn von kleinreden oder direkt wieder alles lassen, sondern eher im Sinn von ehrlicher hinschauen. Was passt wirklich in meinen Alltag und was klingt nur in der Theorie gut. Ich habe am Anfang einiges ausprobiert, um endlich mehr Struktur reinzubringen. Ein Board mit Fokus und Monatsaufgaben, später dann stundenplanähnliche Blöcke, damit alles irgendwie seinen festen Platz bekommt. Ich hatte sogar ein Trello-Board. Das Problem war nur, dass diese ganzen Systeme zwar erst mal gut aussahen, ich damit am Ende aber doch nicht wirklich gearbeitet habe oder mich danach gerichtet hätte. Vielleicht sind das eher Systeme für später, wenn ich irgendwann in der Vollselbstständigkeit bin.

Inzwischen bin ich deshalb bei etwas sehr Einfachem gelandet. Ganz oldschool, mit Zettel und Stift. Ich habe einen schlichten Kalender, in den ich jeden Tag reinschreibe, was ich gemacht habe, was unbedingt erledigt werden muss und welche Termine anstehen. Das ist ganz sicher nicht die Lösung, die irgendwo als Gamechanger verkauft wird. Aber für mich ist es im Moment okay und vor allem umsetzbar.

Ob mir das am Ende wirklich hilft, weiß ich noch nicht. Vielleicht bleibt es, vielleicht nicht. Aber genau das ist für mich inzwischen ein realistischerer Umgang mit dem Thema. Nicht sofort wieder das nächste perfekte System suchen, sondern erst mal schauen, was im Alltag überhaupt funktioniert. Bei Neben dem Job arbeiten bringt es mir nichts, wenn etwas auf dem Papier gut aussieht, aber nach ein paar Tagen schon wieder an meinem echten Leben vorbeiläuft.

Ich glaube, genau das ist im Moment mein Punkt. Ich suche nicht mehr nach der einen Lösung, mit der plötzlich alles leichter wird. Ich versuche eher, genauer hinzusehen und mir einzugestehen, was gerade geht und was eben nicht. Vielleicht ist das weniger motivierend als jeder schicke Plan. Aber es ist wenigstens näher an der Realität. Und das wird einem eben auch nicht in der Schule beigebracht, wie man sich am besten selbst organisiert. Ich brauche zwar niemanden, der mir vorschreibt, was ich zu tun habe. Aber wenn ich jahrelang in so einem System gearbeitet habe, ist es eben nicht ganz so leicht, weder neben dem Job noch in der Selbstständigkeit alles selbst zu organisieren.

Notiz an mich:

„Vielleicht ist das beste System erst mal das, das ich überhaupt benutze.

Fazit zu Neben dem Job arbeiten

Ich merke gerade eher, dass ich nicht die perfekte Lösung brauche, sondern eine, die in meinem Alltag überhaupt funktioniert. Neben dem Job arbeiten sieht von außen oft einfacher aus, als es am Ende ist. Für mich gehört inzwischen auch dazu, ehrlicher hinzuschauen, was machbar ist und was eben nicht. Wer tiefer in meinen Start mit dem Thema einsteigen will, findet das auch im Beitrag Anfänger im Online Business. Und warum Struktur für mich nicht immer so einfach ist, erfahrt ihr in Scanner vs. Taucher.

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